Narben: Was Sie wissen müssen und was Sie tun können

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📌 Verletzungen der Haut führen zu Bildung von Narbengewebe, das im Rahmen der Wundheilung gebildet wird. Narben bestehen meist aus festem Bindegewebe, weshalb Narbengewebe oft wenig elastisch ist. Dies kann zu Verziehungen der umgebenden Haut und unter Umständen auch zu Bewegungs-einschränkungen führen. Prof. Koch behandelt seit vielen Jahren erfolgreich alle Arten von Narben, besonders auch unter dem Aspekt der ästhetischen Chirurgie.

Narben sind oft heller als die Haut um sie herum. Sie haben keine Talg- und Schweißdrüsen, auch Haare wachsen nicht mehr. Abhängig vom Aussehen und der Lokalisation können sie auch ästhetische Beeinträchtigungen hervorrufen und so eine psychische Belastung darstellen.

Zur Behandlung von Narben gibt es unterschiedliche Methoden: Salben und Gels, die Mesotherapie (eine komplementär-medizinische Behandlungsmethode, sie enthält Elemente aus der Akupunktur, aus der Neuraltherapie und kennt Reflexzonen),  Peelings, Kortison, Laser bis hin zur Dermabrasion (Abschleifen der Haut).

Eine chirurgische Narbenkorrektur sollte dann angedacht werden, wenn es zu funktionellen Einschränkungen oder kosmetischen Problemen kommt.

Welche Ursachen hat eine verstärkte Narbenbildung?

  • Größe und Tiefe der Wunde sowie die Dauer einer Entzündung im Wundgebiet bestimmen die Entwicklung des Narbengewebes.
  • Glatte Wundränder, wie sie zum Beispiel durch einen Skalpellschnitt entstehen, heilen unter geringerer Narbenbildung ab als Wunden mit unregelmäßigen Rändern.
  • Möglicherweise können Narben auch unter hormonellem Einfluss, etwa in derSchwangerschaft, stärker wachsen.
  • Vererbung: Bei der Bildung von hypertrophen Narben (verdickte, kordelförmige Narben) und Keloiden (wulstige Gewebewucherungen) gibt es eine familiäre Häufung.
  • Körperstelle: An Stellen mit erhöhter Hautspannung (Dekolleté, Schultern, oberer Rücken) und beispielsweise Ohrläppchen bilden sich oft wulstige Narben oder Keloide aus.
  • Die Narbenbildung nach Operationen hängt auch von der Verlaufsrichtung des Schnittes ab. Wenn der Schnitt parallel zu den Spannungslinien der Haut verläuft, ist eine gute Narbenbildung zu erwarten, wenn er jedoch quer dazu verläuft, ist eine unschöne Narbenbildung zu erwarten.

Wie kann man einer verstärkten Narbenbildung vorbeugen?

  • durch ordnungsgemäße Schnittführung (möglichst parallel zu den Hautspannungslinien) und gewebeschonende Operationstechniken sowie spannungsfreien Wundverschluss; bei geplanten Operationen sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen
  • durch sorgfältige Wundversorgung, mit geeigneten sterilen Verbänden um Wundinfektionen zu vermeiden
  • durch Vermeidung von Sonnenbestrahlung für ein Jahr ab Operation (gilt auch für UV-Licht in Solarien!); bei Sonnenexposition müssen entsprechende Schutzcremen (Sun-Blocker) verwendet werden.
  • durch rückfettende Hautpflegepräparate, da Narben keine Talgdrüsen haben; das Einmassieren der Pflegepräparate hilft, die Narben geschmeidig zu machen/halten
  • durch eine Nachbehandlung mit Narbensalben, -pflaster oder -folie; Vor allem bei Personen mit einem erhöhten Narbenbildungsrisiko kann diese Behandlung ab dem 14. Tag nach einer Operation für mindestens zwei Monate präventiv gut wirksam sein. Sie kann aber auch zum Einsatz kommen, wenn sich nach der Nahtentfernung erste Anzeichen für überschießende Narbenbildung zeigen.

Neben Silikonpräparaten gibt es viele neue Präparate mit den unterschiedlichsten Wirkstoffen wie Hyaluronsäure, Zwiebelextrakten oder pflanzlichen Ölen, die einer überschüssigen Narbenbildung entgegenwirken können. Ein ausreichender Nachweis der Wirksamkeit durch große, gut angelegte Studien steht für die meisten dieser Behandlungsformen noch aus.

Prinzipiell sollten Narben vorsorglich behandelt werden. Wenn es nach 6 bis 8 Wochen noch immer zu keinem Rückgang der Rötung und Erhabenheit bzw. es zu einer Vergrößerung der Narbe gekommen ist, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich eine hypertrophe Narbe oder ein Keloid bildet. Die Reifung einer Narbe (und damit das vollständige Abblassen) dauert jedoch etwa ein Jahr.

Wann kann eine Narbenkorrektur durchgeführt werden?

Eine Narbenkorrektur kann dazu beitragen, die Spannung im Narbenbereich zu reduzieren. Da die Narbenbildung erst nach 6 bis 12 Monaten abgeschlossen ist, sollte eine Narbenkorrektur erst nach diesem Zeitraum angedacht werden. Ausnahme sind Narben, die zu funktionellen Behinderungen oder starker ästhetischer Beeinträchtigung führen.

Sie erkennen eine „reife“ Narbe daran, dass sie blass, weiß und schmerzlos ist. Eine unreife Narbe ist hingegen rosafarben oder rötlich und kann jucken oder schmerzhaft sein.

Welche Narbenveränderungen können mittels Narbenkorrektur behandelt werden?

🚩 Keloide
sind fleischfarbene, rote oder rosarote, wulstige Gewebewucherungen, die in Narbengewebe entstehen können. Sie überschreiten die Grenzen der Wundränder und wachsen über mehrere Jahre weiter. Keloide können nach jeder Verletzung, insbesondere nach Verbrennungen, Akne, an Piercing-Einstichstellen, in Operationsnarben, traumatischen Wunden oder an Einstichstellen von Impfungen entstehen.

🚩 Hypertrophe Narben
Die hypertrophe Narbe entsteht kurz nach der Wundheilung oder noch in deren Verlauf. Ursache ist eine Überproduktion von Bindegewebsfasern. Die Narbe neigt zur Wulstbildung und erhebt sich über das sie umgebende Hautniveau.

🚩 Atrophe Narben
Bei atrophen Narben wird bei der Wundheilung zwar die Wunde geschlossen, aber es wird insgesamt zu wenig Gewebe neu gebildet, um die Wunde auszufüllen. Dadurch entstehen eingesunkene Narben, deren Grund tiefer liegt, als die umgebende Haut.

🚩 Instabile Narben
Sogenannte instabile Narben treten häufig durch eine beeinträchtigte Wundheilung oder an Stellen mit starker Hautspannung oder Dehnungsbeanspruchung (Gelenksregionen) auf. Sie sind durch immer wieder auftretende Geschwürbildung und/oder Einrisse gekennzeichnet. Bestehen instabile Narben länger, können daraus Narbenkarzinome entstehen, eine Form von Hautkrebs.

🚩 Funktionell & kosmetisch störende Narben
Auch Narben, die normale Hautspannungslinien kreuzen und dadurch die Funktion der Haut oder von Gelenken in diesem Bereich beeinträchtigen, sowie Narben, die kosmetisch störend sind (z.B. im Gesicht), sollten korrigiert werden.

Welche operativen Behandlungsmöglichkeiten stehen bei der Narbenkorrektur zur Verfügung?

Bei der operativen Narbenkorrektur wird die Narbe meist vollständig entfernt und die Wundränder neu aneinandergenäht, möglichst ohne Spannung der Haut. Bei großen Narbenarealen kann davor auch eine Gewebeexpansion der umliegenden Haut erforderlich sein. Dafür wird ein Silikonballon unter die Haut gesetzt und das Volumen des Ballons wöchentlich erhöht.

Welche Prognose haben behandelte Narben?

Eine Narbe kann nie vollständig entfernt werden. Inwieweit sie sichtbar bleibt, ist von ihrer vorherigen Größe, Lokalisation, dem Lebensalter des Patienten, Hauttyp und -farbe sowie von Erbfaktoren abhängig. Bei großen Narbenoperationen oder nach Operationskomplikationen sind manchmal Folgeeingriffe notwendig. FOTO: www.skindiscolorationsolutions.org

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