Filler: Was tun bei unerwünschten Folgen oder Komplikationen?

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★ Filler gehören in Expertenhand. Einmal mehr muss auf die langjährige Ausbildung, das Können und die Erfahrung des Facharztes für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie hingewiesen werden. 

Das injizierte Filler Produkt ist zwar wichtig, aber viel wichtiger ist die Expertise Ihres Arztes und die genaue Kenntnis über die Möglichkeiten der Verwendung des jeweiligen Produktes, insbesondere im Zusammenhang mit der individuellen Patientenanatomie.

Man spricht hier international von den drei „P“ des Erfolges – „physician, product and patient“. Nur wenn alle drei Faktoren stimmen, lässt sich ein optimales Ergebnis mit dem Filler erzielen.

Ästhetische Behandlungen im Gesicht sind in den letzten Jahren immer populärer geworden. Insbesondere mit der neuesten Generation von Füllsubstanzen können bei richtigem Einsatz Resultate erreicht werden, die früher nur mit vergleichsweise aufwendigen Eingriffen möglich waren.

  • klassische Indikationen für Unterspritzungen: oberflächliche und tiefe Fältchen und Falten; Gewebsverlust, der durch Alterungsprozesse entsteht;
  • “neuere”, nicht alterungsbedingte Indikationen: Formveränderung/-verbesserung (Lippen, Kinn, Nase, Jochbeinregion)
  • auch möglich: Korrektur von Narben, Erkrankungsfolgen (Bindegewebserkrankungen, Tumoroperationen).

Speziell in Kombination mit weiteren Verfahren wie etwa Peeling, Botulinumtoxin oder Radiofrequenztherapie können ganz ausgezeichnete Effekte erzielt werden.

😕 Was aber leider oft verschwiegen wird: es gibt auch Risiken und unerwünschte Folgen.

  • Wie können sie vermieden werden?
  • Was kann man in solchen Fällen tun?
  • Wichtig, in Expertenhänden zu sein!

→ Blutergüsse:

  • treten manchmal auf, insbesondere, wenn sehr oberflächlich eingespritzt wird
  • höhere Gefahr, wenn blutverdünnende Substanzen eingenommen werden (sollen daher, wenn medizinisch möglich, vorher abgesetzt werden)
  • 24 bis 48 Stunden nach der Injektion keine schwere körperliche Belastung
  • eventuell lokale Kühlung nach der Injektion
  • Vermeidung von Sonne, solange der Bluterguss da ist
  • Vitamin-K-haltige Salben
  • Abdecken (Schminke)
  • in schwereren Fällen eventuell Laserbehandlung

→ Schwellung (Ödem):

  • tritt in leichter Form fast immer auf
  • Kühlung, Schonung
  • ist in fast allen Fällen nach 24 Stunden zurückgebildet
  • schwerere Fälle selten, dann meist wegen Allergie
  • Medikamente: Antihistaminika, evt. Kortison

→ Injektionsfehler:

  • bei zu oberflächlicher Injektion bei Hyaluronsäure oft bläuliche Verfärbung (sog. Tyndall-Phänomen)
  • in schwereren Fällen sichtbare Knoten
  • je oberflächlicher die Fehlinjektion, desto schwerer die Veränderungen
  • die meisten Substanzen abbaubar, daher kann man in leichten Fällen abwarten
  • dies aber für die Betroffenen sehr unangenehm/inakzeptabel, da ja ästhetische Behandlung
  • daher: Versuch, auszumassieren
  • wenn sehr oberflächlich: Einstechen, ausdrücken
  • Injektion von Hyaluronidase (löst Hyaluronsäure auf)
  • bei nicht resorbierbaren Füllsubstanzen: oft Kortisoninjektion, oft auch chirurg. Entfernung

→ Rötung:

  • ist anfangs normal
  • wenn länger als einige Tage, Ausdruck einer Überempfindlichkeitsreaktion
  • Behandlung dann: Kortisonhältige Salben, Isotretinoinsalben (Vit-A-Präparat),
    evtl. Tetrazykline schlucken (Antibiotika)

→ Pigmentstörungen:

  • können insbesondere bei Menschen mit dunklerer Haut auftreten
  • sind eine Folge der Hautverletzung durch die Injektion
  • guter Sonnenschutz
  • bleichende Substanzen
  • Lasertherapie

→ verzögerte Knotenbildung:

  • Knoten, die nicht unmittelbar nach der Behandlung auftreten
  • wenn nicht entzündlich, sind sie meist schmerzlos, gut begrenzt; dann meist durch „Wanderung“ der eingespritzten Substanz
  • Hyaluronidase (s. o.) als Behandlung, falls es sich um Hyaluronsäure handelt
  • wenn andere Substanzen: Versuch, mit Wasser oder lokalem Betäubungsmittel zu lockern und dann auszumassieren
  • Kortisoninjektionen
  • wenn lange bestehen > chirurg. Entfernung
  • entzündliche (gerötete, schmerzhafte Knoten, oft Schwellung in der Umgebung):
  • Antibiotikatherapie
  • bei Hyaluronäure evt. zusätzlich Hyaluronidase
  • wenn andere Substanzen: evt. zusätzlich Kortisoninjektionen

→ Gefäßverschlüsse:

  • sehr selten, aber schwerste Komplikation nach Füllsubstanzen
  • Gefahr des Absterbens von Haut (Stirn, Nase)
  • Schädigung der Netzhaut (Sehstörung)
  • Haut zunächst blass, dann oft bläulich gefleckt
  • lokale Wärme
  • Hyaluronidase eingespritzt
  • Massage
  • Heparin eingespritzt (blutverdünnende Substanz)

🙂 Zusammenfassend: Gottseidank treten Komplikationen und unerwünschte Folgen selten auf, insbesondere in der Hand von Experten. Wenn sie aber auftreten, dann muss der Arzt wissen, was zu tun ist. Univ. Prof. Dr. Koch weiß das. Wenn solche Folgen oder Komplikationen auftreten, und ihr Arzt wirkt unsicher und vertröstet nur, bitte unbedingt den Experten aufsuchen…


Lesen Sie hier Prof. Kochs Beitrag über Filler…

Kurzratgeber der DGÄPC…